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Gedenkfeier zum Volkstrauertag

DRK gedenkt der Opfer von Gewalt

RN-Foto Pflips

Stadt will Schicksal von NS-Opfern aufarbeiten

Ruhr Nachrichten vom 19.11.12

Am Volkstrauertag erinnerte Bürgermeister Josef Himmelmann an das Schicksal acht Olfener Bürger, die durch das Euthanasiegesetz des NS-Regimes ums Leben kamen. "Wir müssen das Bewusstsein zurückholen und den Namen Gesichtern geben", forderte Himmelmann. Von Antje Pflips

Weil die Erinnerung an sie nicht verloren gehen dürfe, wird die Stadt einen Gedenkstein für diese Opfer errichten. Auch die Stadtchronik müsse aufgearbeitet werden. Schwer zu begreifen sei auch die Tatsache, dass jüdische Grabsteine für die Uferbefestigung der Stever verwendet wurden. "Gab es in den 60er Jahren keine Wasserbausteine?", fragte Himmelmann.

 

Geschichte der Steine aufarbeiten

 

Sollten die Gedenksteine verschwinden, die an die unangenehmen Gedanken der Judenverfolgung und an unsere Verantwortung dafür erinnern? "Steine, die man vergräbt, kommen irgendwann wieder hoch." Daher sei es die Pflicht der Stadt, die Geschichte der Steine aufzuarbeiten. Wer hierzu Hinweise liefern könne, möge sich im Rathaus melden.

 

Europäer könnten sich glücklich schätzen, dass Kriege ersetzt wurden durch Streit am Verhandlungstisch. Noch nie hätten Europäer über so lange Zeit in Frieden gelebt. Doch müsse die Sensibilität für die Leiden der Menschen bewahrt werden.

 

Jugendliche einbeziehen

 

Himmelmann forderte, den Volkstrauertag nicht zu einem "hohlen Ritual" werden zu lassen. Die Erinnerungen an die Schrecken von Krieg und Verfolgung lägen zwei Generationen zurück. Diejenigen, die sich erinnerten, seien oft ältere Männer. "Wir müssen darüber nachdenken, die Veranstaltung wieder jung zu bekommen." Nur so könne das Gedenken "frech, frisch und auch weiblich" ausfallen.

 

Es gäbe Beispiele im Kreis, in denen Jugendliche sich um die Trauerfeiern kümmern. Vertreter der Schützenvereine, des VDK und der Feuerwehr legten am Ehrenmal Kränze nieder. Spielmannszug, Musikcorps, Jagdhornbläser und die Chorgemeinschaft 82 setzten den musikalischen Rahmen.