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Konzeption

DRK-Familienzentrum Traumland

des Deutschen Roten Kreuzes

Kindertageseinrichtungen im Kreis Coesfeld gGmbH
Stand Januar 2018

Logo DRK-Familienzentrum Traumland

Warum haben wir uns für den Ausbau zu einem Familienzentrum entschieden?

Der DRK Ortsverein Olfen e.V. hat sich schon zu Beginn der Entwicklung der Familienzentren in NRW für dieses Arbeitsfeld interessiert und sich mehrfach hierfür beworben. Deshalb waren wir froh, dass wir mit dem Entwicklungsprozess im Jahr 2013/2014 im eigenen Haus einsteigen konnten.

 

Seit dem 01.01.2018 haben wir die Trägerschaft gewechselt. Unser neuer Träger die DRK Kindertageseinrichtungen im Kreis Coesfeld gGmbH in Coesfeld steht der Familienzentrumsarbeit genauso positiv gegenüber, wie auch vorher der Ortsverein Olfen e.V..

 

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen nach wie vor die offene Begegnung, Beratung und Unterstützung der Familien in unserem sozialen Umfeld.

 

Der DRK - Grundsatz der Menschlichkeit prägt unsere Zusammenarbeit mit den Familien. Für uns ist Menschlichkeit eine innere Haltung, eine klare Werteorientierung, die nach außen sichtbar und lebendig wird. Jeder Mensch ist wertvoll. Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch ist einzigartig.

 

Dabei ist uns der positive Blick auf das einzelne Kind wichtig! Denn jedes Kind bringt, in jedem Alter, schon ein großes Potenzial an Fähigkeiten und Talenten mit. Und kein Kind kommt allein … deshalb ist es von großer Bedeutung, sich dem ganzen Umfeld des Kindes zuzuwenden. Eine Einheit in der Zusammenarbeit mit den Eltern zu bilden, das ist unser Ziel. Wir möchten eine gemeinsame Sprache mit Eltern entwickeln zum Wohle des Kindes. Eltern, als die ersten Experten Ihrer Kinder, in den pädagogischen Alltag mit einzubeziehen und eine Erziehungspartnerschaft mit Ihnen einzugehen, das prägt unsere Haltung. Jedes Kind und jede Familie benötigt eine individuelle Begleitung, denn jedes Kind bringt eine ganz eigene Biographie mit und wächst in einem ganz persönlichen Lebensumfeld auf. Jeder einzelnen Familie mit Wertschätzung zu begegnen, ist für uns selbstverständlich.

 

Im Familienzentrum sollen sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer aller Generationen, mit all ihrem Können, ihren Stärken und Schwächen, Wünschen und Ideen begegnen und einbringen können. Wir laden Familien ein, mit Anderen ins Gespräch zu gehen, gemeinsame Interessen zu entdecken und sich auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Interessen können dann neue Aktivitäten und Angebote entstehen.

 

Das Familienzentrum kann einerseits auf einige bereits vorhandene Angebote für Senioren, einer DRK - Jugendgruppe und Spielgruppen für U3 Kinder zugreifen bzw. aufbauen. Angebote zum Bereich Gesundheit (Yoga – Entspannungskurse) gibt es ebenfalls schon lange im eigenen Haus. Auch die Angebote des DRK - Ortsvereins Olfen, wie die Kleiderkammer kann von Familien aus unserem Umfeld genutzt werden.

 

Anderseits ist das Familienzentrum Traumland schon lange ein Ort für Familien, die sich in aktiver Art und Weise am alltäglichen Leben in der KiTa beteiligen möchten (z.B. im Förderverein der KiTa). Darüber hinaus arbeiten wir sehr eng mit den beiden DRK - KiTas, „Bewegungskindergarten Regenbogen“ und der neuen „KiTa Schatzkiste“ (Öffnung 01.08.2016) zusammen. Beide KiTas befinden sich in unmittelbarer Nähe und unter der gleichen Trägerschaft, der DRK Kindertageseinrichtungen im Kreis Coesfeld gGmbH. Hier gibt es eine jahrelange Kooperation im Bereich der Betreuungsbedarfe innerhalb der Ferienzeiten. Auch die Zusammenarbeit im Bereich der pädagogischen Elternabende hat sich sehr gut entwickelt. Wir erweitern diese Angebote auch für die Elternschaft aus den anderen zwei DRK - KiTas, so können wir noch mehr Familien erreichen. Natürlich sind darüber hinaus auch immer schon die Spielgruppen-Eltern und die Tagespflegemütter zu diesen pädagogischen Eltern-Informationsabenden eingeladen worden.

 

Ein besonderer Schwerpunkt in unserer Einrichtung stellt die Förderung der Kinder im Bereich der Einzelintegration dar. Wir haben schon von 2006 bis 2010 als Schwerpunkt-Einrichtung gearbeitet und betreuen auch heute noch mehrere Kinder mit einem besonderen Förderbedarf in unserem Familienzentrum. Hier haben wir seit Beginn der Familienzentrumsarbeit ein besonders Angebot für alle betroffenen Familien in Olfen ins Leben gerufen. Der „Gesprächskreis Inklusion“ trifft sich drei bis vier Mal im Jahr. Hierzu sind alle Eltern aus allen Olfener KiTas (trägerübergreifend) eingeladen, die ein Kindergartenkind mit einem besonderen Förderbedarf haben (zusätzliche Unterstützung im Bereich der Inklusion). Außerdem kommen zu diesen Treffen immer auch die Fachkräfte aus den KiTas, die Inklusionskraft der Grundschule aus Olfen und Therapeuten aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Logopädie, Ergotherapie…usw.

 

Die besondere Topographie der beiden nebeneinander liegenden Häuser des DRK Familienzentrums Traumland und das „DRK-Haus der Begegnung – Haus Rena“ bieten für die Raumnutzung eine ideale Voraussetzung. Hier gibt es ausreichend Platz, der vom Familienzentrum für größere Elternabende, anonyme Beratungssituationen und Bewegungs- und Gesundheitsangebote genutzt wird.

 

Die Leitung des Familienzentrums Traumland ist gleichzeitig auch die Verbundleitung der drei DRK-KiTas (seit dem 01.01.2014) und kann so gute Netzwerkarbeit leisten.

 

Mit diesen räumlichen, personellen und fachlichen Möglichkeiten sind wir sehr gut aufgestellt und können so eine fundierte Familienzentrumsarbeit leisten.

 

Unser Weg zum Familienzentrum

Seit September 2013 starten wir jährlich eine umfangreiche Elternbefragung, die wir nicht nur in unserem Familienzentrum sondern auch in der Spielgruppe „Sternschnuppe“ und in den benachbarten DRK-KiTas Regenbogen und Schatzkiste durchführen. Somit können wir eine breite Elternschaft erreichen und unseren Sozialraum gut mitnehmen.

 

Durch die Kenntnis der bereits bestehenden Angebote in Olfen, haben wir unsere eigenen Schwerpunkte gefunden und entwickeln eher Angebote, die der Erweiterung dienen oder Lücken schließen. So sind wir mit dem Schwerpunkt Familien zu unterstützen, die Kinder mit einem besonderen Förderbedarf haben, gut aufgestellt. Die Erweiterung der Beratungsmöglichkeiten können in Olfen von allen Familien genutzt werden. Die interdisziplinäre Frühförderstelle bietet offene Beratungsstunden an, genauso wie die Erziehungsberatung aus Lüdinghausen, die beide zu unseren Kooperationspartnern gehören. Neu hinzugekommen sind seit Beginn 2017 weitere offene Beratungen im „Entwicklungsbereich Sprache“ und für den „Wiedereinstieg ins Berufsleben“. Beide neuen Angebote sind für die Olfener Familien nun auch niedrigschwellig vor Ort zu erreichen.

 

Kooperationen haben sich gut entwickelt und wurden mit den entsprechenden Partnern schriftlich und verbindlich, abgeschlossen.

 

Hierzu gehören das Familienzentrum Arche Noah, die Ergotherapie und Logopädie Praxen aus Olfen, die Frühförderstelle, die Erziehungsberatungsstelle, die Familienbildungsstätte, die Ehe-Familien-Lebensberatung aus Lüdinghausen und das Kreis-Jugendamt Coesfeld.

 

Das Angebot für die Eltern-Stärkungskurse werden bedarfsorientiert in unserem Familienzentrum angeboten, hier gibt es eine rege Nachfrage.

 

Der Bedarf für Eltern-Kind-Gruppen zum Thema Bewegungsförderung passt ebenfalls in unser DRK-Profil und wird bei uns über den Kooperationspartner FABI Lüdinghausen angeboten.

 

Unsere Ziele für die Weiterentwicklung des Familienzentrums Traumland

Sicherlich orientiert sich die Entwicklung unseres Familienzentrums einerseits an den konkreten Anfragen und Bedarfen unserer Eltern und der Familien in unserem Umfeld. Anderseits möchten wir gerne Angebote entwickeln, die dem präventiven Gedanken folgen.

 

Auch wenn die sozialen Strukturen in unserem Umfeld eher gutbürgerlich erscheinen, gibt es viel Verunsicherung unter der Elternschaft bezüglich der Erziehung von Kindern. Hier ist der Bedarf an unterstützenden Maßnahmen in Form von fachspezifischer Beratung und themenbezogenen Informationsveranstaltungen, direkt vor Ort, groß. Unser Blick geht aber auch auf die Kooperationen und die Netzwerkarbeit innerhalb von Olfen. Die Kooperationsverträge sind u.a. auch durch den Trägerwechsel gerade aktuell neu vereinbart worden.

 

Die Erfahrungen haben bislang gezeigt, dass alle Entwicklung und die Nutzung der Familienzentrumsangebote von einer offenen Haltung und einer guten Kommunikation abhängig sind. Sie leben von dem persönlichen Kontakt und dem Gegenüber von Mensch zu Mensch.

 

Konkrete Weiterentwicklungsprozesse eröffnen sich in dem neuen Arbeitsfeld, die die Flüchtlingssituation mit sich bringt, auf die wir uns gerade einstellen. Aus der Sozialraumanalyse ergeben sich für Olfen derzeit neue Perspektiven. Für Olfen stehen nun seit Januar 2017 die Zuweisungen von geflüchteten Familien an. Dies bringt auch für uns als KiTa und Familienzentrum eine neue Herausforderung mit sich, der wir angemessen begegnen möchten.

 

Deshalb hat sich eine Mitarbeiterin des Familienzentrumsteams schon als „Fachkraft für Interkulturelle Arbeit“ fortbilden lassen. Wir werden zukünftig noch weitere Mitarbeiterinnen in dem Bereich „Familien mit Zuwanderungsgeschichte“ weiter fortbilden, damit wir in diesem Arbeitsfeld noch besser aufgestellt sind.

 

Um eine Willkommenskultur erlebbar und lebendig werden zu lassen, brauchen wir ausreichendes Fachwissen und eine wertschätzende Haltung.

 

Auch wenn wir zurzeit erst ein Kind mit Fluchterfahrungen in unserem Haus betreuen, haben wir uns rechtzeitig auf diese Aufgabe vorbereitet.

 

Die Weiterentwicklung wird sich an dem fortlaufenden Prozess orientieren.

 

Erste Phasen der Zusammenarbeit mit der Migrationsbeauftragen der Stadt Olfen und weiteren Beratungssystemen des DRK Kreisverbandes haben schon begonnen.

 

Die Berufstätigkeit beider Elternteile in unseren Familien ist sehr ausgeprägt. Fast alle Mütter aus unserer Einrichtung gehen einer Beschäftigung nach, die zumindest die Form einer Teilzeitstelle einnehmen.

 

Die Betreuungszeiten unserer Einrichtung decken derzeit die Bedarfe ausreichend ab. Hier wird sich zukünftig zeigen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sein werden. Die Ermittlung von Veränderungen bzw. Erweiterungen der Betreuungsbedarfe werden von uns jährlich abgefragt. Wir bieten aber auch im laufenden Kindergartenjahr eine Aufstockung der Betreuungszeit an, wenn dies durch die angestrebte Berufstätigkeit von Eltern erforderlich ist.

 

Der Bereich der Kindertagespflege ist in der Kooperation mit dem Kreis-Jugendamt Coesfeld organisiert und strukturiert.

 

Wir nehmen regelmäßig am Netzwerk-Treffen für Kindertagespflege teil und suchen hier immer wieder einen regen Austausch mit den Tagespflegemüttern.

 

Sehr erfreulich ist auch, dass ein großer Teil der Tagespflegemütter regelmäßig unsere Angebote zu den pädagogischen Elternabenden nutzen.

 

Wir freuen uns auf den weiteren Entwicklungsprozess und können für uns festhalten, dass der erweiterte Arbeitsbereich des Familienzentrums nicht nur sinnvoll war und ist, sondern auch zu unserer Haltung und den DRK-Grundsätzen passt.