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Reittherapie auf dem Hof Hegemann

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RN-Foto Brüning
RN-Foto Brüning

Keine Angst auf Flips Rücken

Ruhr Nachrichten - 14.06.10

 

VINNUM • Mit ernster Miene schiebt Andre erst das eine, dann das andere Bein über den Rücken der Stute Classic und dreht sich einmal um die eigene Achse. „Super, das können wir beim nächsten Mal schon im Schritt üben", lobt Diplom-Pädagogin Kerstin Appel den Vierjährigen. Seit Januar sind er und drei weitere Kinder des DRK-Kindergartens Traumland bei ihr in der Pferdetherapie.

 

Mit verschiedenen Übungen lernen die Kinder nicht nur das Reiten, sondern auch spielerisch den Umgang mit den Pferden. Dazu gehört es auch, Regeln einzuhalten. Denn „wenn die Kinder hibbelig sind, überträgt sich das auch auf das Pferd."

 

Doch die grau-braune Rheinländer Stute bleibt ruhig, sie hat schon jahrelange Erfahrung mit Kindern. Neugierig senkt sie ihren Kopf und schaut, wer ihr denn da den Hals tätschelt - Mariana lacht.

 

Die Sechsjährige reitet „am liebsten im Galopp", erzählt sie freudestrahlend. Der fünfjährige Florian ist stolz, dass er heute zum ersten Mal auf dem großen Pferd „Flip" reiten durfte.

 

„Kinder die sonst unruhig sind oder Angst haben, werden hier ruhiger", erzählt Heilpädagogin Barbara Lohmann von der Wirkung der Therapie für die Kinder aus der integrativen Betreuung. Zusammen mit ihrer Kollegin Kerstin Maßmann begleitet sie jeweils einmal in der Woche zwei der vier Kinder zum Hof Hegemann.

 

Große Nachfrage

 

Die Nachfrage nach der Reittherapie ist größer als das Angebot - es sei eben auch eine Frage der Kosten, für die der Kindergarten-Träger DRK aufkommt. „Da mussten wir schauen, wer es am nötigsten hat", erklärt Barbara Lohmann. Doch nach einem Jahr wird gewechselt. Erfolge lassen sich auch im Kindergarten-Alltag spüren, „die Kinder sind ruhiger geworden", bestätigt Kerstin Maßmann.

 

Doch nicht nur Reiten gehört zur Therapie, sondern auch die Pferdepflege. Erst werden die Pferde gebürstet und der Sattel angelegt, bevor es auf den Sandplatz oder ins Gelände geht.

 

Auch nach dem Ausritt geht es weiter: „Weißt du, was deine Aufgabe ist, Andre?" fragt Kerstin Maßmann. „Hufe auskratzen", weiß der Vierjährige Bescheid und löst mit dem Kratzer große Lehmklumpen aus Classics Hufen.

 

Erst, wenn auch die Pferde versorgt sind, geht es für die Kinder nach anderthalb Stunden im Reitstall wieder zurück in den Traumland-Kindergarten.

• stb