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Waldwochen

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Mal so richtig dreckig sein

Zwei Wochen lang tobten sich die „Traumland"-Kinder im Wald aus

RN-Foto Riediger

April 2013 - Bockholter Balve
Ruhr Nachrichten vom 23.04.13

„Ich will sechs Ladungen", ruft Jette Erzieherin Katrin zu. Und die beginnt zu schöpfen. Mit ihren Händen wirft sie Wasser aus dem Bach an der Bockholter Balve auf die Matschrutsche. Die soll richtig glitschig werden, damit Jette gleich ins Wasser hinabsausen kann, dass der Matsch nur so fliegt. Denn dreckig machen, das ist bei den Waldwochen der Kindertageseinrichtung „Traumland" ausdrücklich erwünscht.

RN-Foto Riediger
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Nirgendwo klappt das so gut wie auf der Matschrutsche. Hier können die 73 Jungen und Mädchen der Kindertageseinrichtung zwei Wochen lang rum plantschen, so viel sie wollen. Die Eltern haben vorgesorgt und die Drei- bis Sechsjährigen in Gummistiefel und Regenhose gesteckt.

 

Am ersten Donnerstag der Waldwochen nutzte dies aber auch nichts mehr. Es schüttete so sehr, dass der ganze kleine Wald zu einer einzigen Matschgrube wurde. Für schlechte Laune sorgte das Wetter aber nicht. Im Gegenteil. Isabel war, ganz begeistert. „Sie hat gesagt Morgen will ich wieder in den Wald, aber es soll wieder regnen", erinnert sich Sonja Prott.

Ofen in alter Wurzel


Die Mutter ist wie die anderen Eltern nur ausnahmsweise im Wald dabei. Denn die Kinder sollen einmal den Eltern zeigen können, was sie schon alles gebaut haben. Neben der Matschrutsche und einem Waldsofa sind auch Tipis aus Ästen dabei.

RN-Foto Riediger
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Die meisten Attraktionen hat der Wald aber selbst geschaffen, die Kinder denken sich die Geschichten dazu aus: So wird ein Haufen aus Laub und Ästen zu einer Ritterburg, in der einige Jungen einen Vater gefangen halten. „Hunderttausend Jahre musst du jetzt hier drin bleiben", ruft ein kleiner Ritter.

 

Nebenan liegt ein Wikingerschiff vor Anker. Luna und Melina machen es gerade schön und kochen Spinat in ihrem Ofen, der sich in einer alten Wurzel befindet.

Ausgeglichene Kinder


Nicht nur die Erzieher sind von der Fantasie, die die Kinder immer wieder beweisen, begeistert. „Kinder, die sonst zurückhaltend sind, zeigen sich hier viel freier, sind viel kreativer", sagt eine Mutter, die ihren Sohn Sören nach einem Waldtag als deutlich ausgeglichener wahrnimmt.

 

Dass liegt wohl auch daran; dass die Kinder sich komplett frei bewegen können. Nur wenige für die Mädchen und Jungen verständliche Regelr gibt es zu befolgen. Keine toten Tiere anfassen, keine Pflanzen essen, nicht der Wald verlassen. Kobold Fridolin erklärt diese Regeln, erinnert in der Abschlussrunde an Kleinigkeiten, damit auch der nächste Tag im Wald wieder viel Spaß für alle Kinder bringen kann.

Jennifer Riediger